Darum tragen Chirurgen im OP Grün

Im OP müssen Ärzte aus hygienischen Gründen sogenannte Bereichskleidung tragen. Dass diese meist grün ist, hat sich mit der Zeit eingebürgert, es gibt aber auch OP-Abteilungen, in denen die Ärzte andere Farben, etwa Blau, tragen. Die Farbe dient dazu, die OP-Kleidung klar von der üblichen Berufskleidung abzugrenzen, damit es zum Beispiel auffällt, wenn ein Operateur entgegen den Regeln die OP-Abteilung in Berufskleidung betritt.

  1. Die Leistung der im Operationssaal verwendeten Leuchten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert. Bei der heutigen Leuchtstärke würde weiße Dienstbekleidung in etwa genauso stark blenden wie eine schneebedeckte Landschaft. Als Resultat würden die Augen schneller ermüden, was in dieser Situation natürlich nicht förderlich ist. Grün absorbiert das Licht hingegen weitgehend und blendet somit nicht unangenehm.
  2. Grüne Textilien unterdrücken den Nachbild-Effekt. Wer einige Zeit einen bestimmten Farbton betrachtet und danach eine weiße Fläche ansieht, erkennt dort einen Fleck in der Komplementärfarbe. Da Grün bekanntlich die Komplementärfarbe von Rot ist, tritt dieser unerwünschte Effekt bei grünen Laken und grüner OP-Bekleidung nicht auf.
  3. Grün wird ebenso wie Blau eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Auf einen ängstlichen Patienten, der gerade in den OP-Saal geschoben wird, wirkt dieser also weniger bedrohlich.
  4. Ihre Vorteile spielt grüne Arbeitskleidung auch bei Operationen aus, die nur unter lokaler Betäubung stattfinden. Der Patient nimmt dann nämlich Blutflecken auf einem grünen Kittel als weniger bedrohlich wahr als auf einem weißen Gewand.
  5. Unterschiedliche Bekleidungsfarben dienen im Krankenhaus zudem der Unterscheidung diverser Bereiche. Dies ist nicht nur für den Patienten relevant, sondern hilft auch dabei, die Einhaltung von Hygieneregeln zu überprüfen. Einen Arzt, der den Operationssaal ohne vorheriges Umziehen verlässt, könnte man somit sofort identifizieren. In einem solchen Fall bestünde die Gefahr, dass Keime aus dem OP in andere Krankenhausabteilungen gelangen. Gleiches gilt auch für das umgekehrte Szenario.
  6. Zuletzt lassen sich dank der unterschiedlichen Farbgebung die Wäscheströme leichter steuern. Schließlich muss Dienstbekleidung aus dem OP anders gereinigt werden als etwa die Hose einer Krankenschwester.
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