Die 7 besten Frühjahrskräuter zu sammeln

Wenn die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht, sind es die Kräuter, die sich als Erste zaghaft und doch voller Energie Richtung Sonne strecken. Allein: Für die meisten sind sie nur lästiges Unkraut – speziell, wenn man sie nicht nur bei einem Frühjahrsspaziergang am Wegesrand erblickt, sondern im eigenen Garten findet. Das ist schade, denn vor allem die Wildkräuter, also all jene, die nicht extra gepflanzt oder gezüchtet und entsprechend bearbeitet werden, aber trotzdem zum Verzehr geeignet sind, strotzen vor wertvollen Inhaltsstoffen. Unsere Großeltern wussten meist noch, welche Pflanzen und Kräuter sowohl essbar sind als auch gesunde Eigenschaften mit sich bringen. Viele Wildkräuter sind nämlich vitamin-, mineralstoff- und ballaststoffreich, weshalb man übrigens stets ausreichend dazu trinken sollte, wenn sie dann doch einmal auf den Tisch kommen sollten. Grund genug, sich auf Wiesen und Äckern, in Flussauen und Wäldern genauer umzuschauen und die dort wild wachsenden Kräuter zu sammeln. Und wer einen eigenen Garten hat, sollte das vermeintliche Unkraut nicht sofort mit einem lauten Stöhnen ausrupfen und auf den Kompost werfen – schließlich könnte es in der Küche ebenso wie im Badezimmer seine heilsame Wirkung verbreiten.

Der Bärlauch

Steigt einem in halb schattigen Laubwäldern der Duft von Knoblauch in die Nase, ist der Bärlauch nicht weit. Dem Allium ursinum, so sein wissenschaftlicher Name, werden heilende Eigenschaften zugeschrieben, die gegen Arteriosklerose und hohen Blutdruck helfen sollen. Aber auch zum Entschlacken eignet sich das Lauchgewächs, das entweder roh in Salaten, als Aufstrich, Kräuterbutter oder in Form eines Pestos genossen wird. Beim Sammeln ist allerdings Vorsicht geboten, wie Andrea Bregar betont: „Nicht selten wird der Bärlauch mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt. Wobei das Maiglöckchen wesentlich ungefährlicher ist, zum einen, weil es viel später wächst, zum anderen, weil es weitaus weniger giftig ist als die Herbstzeitlose. Da sind schon ein paar Blätter tödlich.“ Den Unterschied macht zwar der Geruch, doch wer schon ein paar Blätter Bärlauch gesammelt hat, dessen Finger riechen unweigerlich nach Knoblauch. Daher rät Bregar, wirklich jedes Blatt einzeln in die Hand zu nehmen, denn: „Die Herbstzeitlose hat, im Gegensatz zum Bärlauch, keinen Stiel. Das Blatt kommt eingerollt aus der Erde heraus. Sammeln Sie also nur Blätter mit Stiel!“

Die Brennnessel

Als Kinder haben wir uns wohl mehrmals an einer Brennnessel verbrannt und sie daraufhin gemieden. Dabei sollte man gerade jetzt im Frühjahr auf die gesunden Eigenschaften der bekannten Wildpflanze setzen, schließlich eignet sie sich unter anderem sehr gut zum Entwässern – vorausgesetzt, sie wird zuerst ordentlich bearbeitet, ansonsten zeigen die herzförmig gezackten Blätter ihre brennende Wirkung, wie Kräuterexpertin Bregar erklärt: „Die kleinen Brennhaare auf den Blättern brechen bei Berührung auf und die darin enthaltenen Stoffe reizen die Haut. Daher sollte man die Brennnessel vorab mit einem Küchentuch abdecken und mit dem Nudelwalker oder einer Flasche bearbeiten.“ Im Anschluss kann die Urtica urens entweder als Tee oder als Gemüse, verarbeitet etwa wie Spinat, Einzug in die Küche halten.

Der Giersch

Der Giersch, auch Dreiblatt bzw. wissenschaftlich Aegopodium podagraria genannt, zählt zu den Doldenblütlern und ist sehr intensiv im Geschmack. Er eignet sich daher hervorragend als Würzmittel, zum Beispiel in einem Salat oder einer Suppe. „Der Giersch fördert den Stoffwechsel und wirkt reinigend. Als Tee genossen, wird er oft bei Gelenksproblemen bzw. rheumatischen Erkrankungen eingesetzt“, so Bregar.

Der Löwenzahn

Die gute alte Pusteblume ist nicht nur bei Kindern beliebt, sondern mittlerweile auch in der Küche und im Apothekerkasten (wieder) gern gesehen. Der weiße, nicht giftige Milchsaft des Taraxacum officinale ist reich an Mineralstoffen, Vitamin C, Eisen und Kieselsäure. Gerb- und Bitterstoffen regen die Verdauung an. Die Blätter dienen roh als Salatbasis und ergeben in Kombination mit Erdäpfeln oder Eiern eine schmackhafte Mahlzeit. Man kann sie außerdem dünsten und als Gemüsebeilage servieren. „Je zarter und gelber die Blätter sind, umso besser schmecken sie. Am besten man sticht den Löwenzahn aus Maulwurfshügeln aus, denn die von Erde bedeckten hellen Blätter sind die schmackhaftesten“, rät die Kräuterpädagogin.

 

 

Das Scharbockskraut

Wie ein grüner Teppich überzieht das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria) als eine der ersten Pflanzen des Jahres die Erde. Die herz- bis nierenförmigen Blätter machen sowohl Butterbrot als auch Salat zu einer kulinarischen und vor allem Vitamin-C-reichen Köstlichkeit. Tipp: Ersetzen Sie beim nächsten Insalata caprese aus Pardeisern und Mozzarella Basilikum durch Scharbockskraut.
Doch aufgepasst: Verwenden Sie ausschließlich Blätter von Pflanzen, die noch nicht geblüht haben, denn, so Bregar: „Bereits blühende oder verblühte Pflanzen entwickeln toxische Stoffe, die nicht in größeren Mengen eingenommen werden sollen. Auf einem Scharbockskrautteppich befinden sich immer Pflanzen unterschiedlicher Vegetationsstadien. Man sollte daher genau schauen, dass man nicht zu viele der schon blühenden oder verblühten Pflanzen erwischt.“

 

Die Vogelmiere

Auch die Vogelmiere enthält sehr viel Vitamin C. Die Stellaria media wächst als oft verkanntes Unkraut so gut wie in jedem Garten. Bregar: „Aufgrund ihres nussigen Geschmacks erinnert sie an junge Maiskolben und eignet sich als Gemüse oder Salat.“ Damit nicht genug, verpasst die Vogelmiere jeder Suppe, jedem Smoothie und jedem Püree einen kräftigen „Grünstich“, und sogar beim Färben der Ostereier kann man sich des Wildkrauts bedienen.

Der Wiesenbärenklau

Der Wiesenbärenklau gehört ebenso wie der Giersch zu der Familie der Doldenblütler. Er ist zwar nicht ganz so würzig wie sein Verwandter, enthält jedoch besonders viel Vitamin C. Schmeckt er als Tee eher langweilig, kann man ihn in der Küche wie Spinat verwenden. Nicht zu verwechseln ist der Heracleum sphondylium mit dem Riesenbärenklau, der nämlich enthält Stoffe, so die Kräuterexpertin, „die in Verbindung mit Sonnenlicht zu Verbrennungen und Hautirritationen führen“., Beim Sammeln von Doldenblütlern muss einmal mehr Vorsicht an den Tag gelegt werden, denn auch hier gibt es eine giftige Sorte: den Schierling. „Außer der wilden Pastinake, die gelb blüht, haben sämtliche wild wachsende Doldenblütler weiße Blüten und gefiederte Blätter“, erklärt Bregar. Ist man sich nicht ganz sicher, sollte man lieber die Finger davon lassen – oder sich das nötige Wissen mithilfe guter Literatur mit Abbildungen von höchster Qualität oder bei einem Kräuterkurs aneignen.

Wildkräuter für den Badezimmerkasten
Kräuterrezepte, die unreine Haut bekämpfen, das Haar glänzend machen oder bei Verdauungsproblemen helfen.

Vogelmiere für unreine Haut
Füllen Sie 2 EL Vogelmiere, 100 ml Wasser und 1/4 TL Natursalz in ein Schraubglas, zerkleinern Sie alles mit dem Stabmixer und stellen Sie das Glas verschlossen über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag abseihen, in einen Zerstäuber füllen und sofort bzw. innerhalb weniger Tage verwenden.

Brennnesseln für geschmeidig glänzendes Haar
Lassen Sie eine Handvoll frischer, zerkleinerter Brennnesseln, 1 TL Honig und 1 Prise Salz im Wasser zugedeckt ca. 30 Minuten köcheln. Anschließend durch einen feinen Filter abseihen, mit ca. 500 ml Wasser verdünnen, in eine verschließbare Flasche füllen und sofort bzw. innerhalb weniger Tage verwenden.

Löwenzahn bei Verdauungsproblemen
Löwenzahnwurzeln gut zerkleinern, mit 35- bis 40%igem Alkohol übergießen, ein paar Wochen stehen lassen und im Anschluss gut abfiltrieren. Regelmäßig vor dem Essen genossen, regt der Aperitif die Verdauung an.

www.gesünderleben.at

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