Forschung: Hefe-Weizenbier mindert Zellalterung und Herzinfarktrisiko

Bierfreunde können sich freuen, denn es gibt doch etwas Gutes im Bier. Jedem ist klar: Trinken ist riskant – es verfettet die Leber, verursacht Verkehrsunfälle, zerrüttet Biografien. Aber daneben gibt es auch diese neue Wahrheit: Hefe-Weizenbier (in Maßen) ist besonders für Männer gut.

Wie Forscher der Universität Boston herausfanden, leiden viele Männer – vorzugsweise Raucher – unter erheblichem Mangel an Vitamin B. Das äußert sich in ähnlich wie Eisenmangel in Blutarmut, Anämie. Die Folgen sind Müdigkeit, Kreislaufschwäche, Konzentrationsprobleme. Vitamin B ist in vielen Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in Bananen, Kohl, Avocados, Geflügel und Milchprodukten. Doch einen besonders hohen Gehalt hat auch Bier, vor allem Hefe-Weizen.

Die Forscher entdecken immer wieder gesundheitsfördernde Substanzen im Bier. Vor kurzem haben sie der Positiv-Liste eine neue Zutat hinzugefügt. Das Hefe-Weizenbier enthält nämlich besonders viel von einer speziellen Hopfensubstanz namens Xanthohumol. Diese Substanz kommt auch in normalem Pils oder Weißbier vor, allerdings nur in winzigen Mengen. In Hefe-Weizenbier ist sie so reichlich enthalten, dass Mediziner freudig “Wohl bekomm’s” rufen würden – natürlich mit der Einschränkung, dass Alkohol schadet. Doch abgesehen davon bremst Xanthohumol Entzündungen im Körper – Rheuma, Arthritis und vielleicht gar die Entstehung von einigen Arten von Tumoren.

Zellalterung gemindert

Dazu kommen die vielen anderen Inhaltstoffe im Bier, denen Gutes nachgesagt wird. So senkt Bier auch den Homocystein-Spiegel im Blut, diese Aminosäure ist besonders gefäßschädigend und mit einem höheren Herzinfarktrisiko verbunden. Verantwortlich dafür ist nicht nur Vitamin B sondern auch der hohe Gehalt an Folsäure im Bier.

Generell steht fest, dass spezielle pflanzliche Inhaltsstoffe im Bier die antioxidative Kapazität des menschlichen Bluts stark verbessern – sprich: Giftige Sauerstoffradikale werden von unserem Körper nach einem Bier vorübergehend besser abgefangen, und das mindert wahrscheinlich Zellalterung und gefäßschädigende Fettoxidation. Diese gute Nachricht verkündete ein italienisches Forscherteam – um die schlechte Neuigkeit gleich hinterher zu schicken: Dieser Zellschutz klappt nicht ohne Alkohol: Andrea Ghiselli und Kollegen vom Nationalen Ernährungsinstitut in Rom gaben ihren Versuchspersonen zum Vergleich auch alkoholfreies Bier oder 4,5-prozentige Alkohollösung zu trinken.

Die gesundheitsfördernde Wirkung konnte sich bei den alkoholfreien Versionen leider nicht entfalten. Anders sieht es für die Wirkung auf Herz und Kreislauf aus: Wie Mediziner aus Wiesbaden in einer Studie zeigten, macht der Alkohol im Bier das Blut zwar flüssiger. Er begünstigt aber auch die Bildung von gefährlichen Blutklümpchen. Alkoholfreies Bier hat diesen Nachteil offenbar nicht.
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