Pankreaskarzinom: Eine Cannabisverbindung kann die Lebensdauer verlängern

Ein Pankreaskarzinom ist eine Krebsart, die leider einige der niedrigsten Überlebensraten aufweist. Eine neue Studie an Mäusen zeigt, dass eine Substanz helfen könnte, dieses Problem zu lösen: Cannabidiol (CBD), eine natürlich vorkommende Cannabisverbindung.

Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten erkranken jährlich ca. 18.000 Menschen an einem Pankreaskarzinom. Tendenz steigend.

Behandlungen für diese Art von Krebs umfassen die chirurgische Resektion (die Entfernung des vom Krebs betroffenen Gewebes) sowie die Chemotherapie. Leider ist die Prognose tendenziell schlecht, mit nur 9 Prozent Überlebensrate innerhalb von 5 Jahren nach der Diagnose.

Forscher der Queen Mary University of London (QMUL) in Großbritannien und der Curtin University in Bentley und Perth, Australien, haben sich bemüht, die Überlebensrate von Menschen mit dieser Krebsart zu erhöhen.

Kürzlich haben Prof. Marco Falasca – von QMUL – und Kollegen eine Studie an Mäusen mit Pankreaskarzinom durchgeführt. Sie wollten sehen, ob die Verabreichung von Cannabidiol (CBD) – einem natürlich vorkommenden Bestandteil von medizinischem Cannabis – ergänzend zu einer Chemotherapie die Prognose nach der Behandlung verbessern würde.

“Die Lebenserwartung von Patienten mit Pankreaskarzinom hat sich in den letzten 40 Jahren kaum verändert, da es nur sehr wenige und meist nur palliative Behandlungen gibt”, sagt Prof. Falasca.

“Angesichts der 5-Jahres-Überlebensrate für Menschen mit Pankreaskarzinom, ist die Entdeckung neuer Therapien und Therapiestrategien dringend notwendig”, betont er.

Die Ergebnisse des Forschungsteams wurden in der Zeitschrift Oncogene veröffentlicht.

Bemerkenswerte Ergebnisse bei Mäusen

Die Forscher konzentrierten sich auf das Potenzial von CBD und nicht auf Tetrahydrocannabinol (THC), da CBD keine psychoaktiven Effekte verursacht. Dies hat dazu geführt, dass CBD bereits die Zulassung für den Einsatz im Gesundheitswesen erhalten hat.

Wenn weitere Studien zeigen, dass CBD bei der Verbesserung der Krebsbehandlung wirksam ist, könnte dies bedeuten, dass Ärzte es sofort in Krebskliniken einsetzen können.

In der aktuellen Studie arbeiteten Prof. Falasca und sein Team mit Mäusen die ein Pankreaskarzinom hatten. Sie behandelten es mit CBD und einem typischen Chemotherapeutikum namens “Gemcitabin“.

Das Team stellte fest, dass die Nager nach dieser Kombinationsbehandlung fast dreimal so lange überlebten wie Mäuse aus einer Kontrollgruppe, die nur mit Gemcitabin behandelt worden waren.

“Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis”, sagt Prof. Falasca und fügt hinzu: “Wir haben festgestellt, dass die Mäuse fast dreimal länger überlebten, wenn ein Bestandteil von medizinischem Cannabis zu ihrer Chemotherapie hinzugefügt wurde.”

CBD auf der Überholspur?

Diese Ergebnisse sind sehr spannend für die Forscher, die hoffen, dass sie dank der Tatsache, dass CBD bereits als sicher angesehen wird, bald in der Lage sein werden, diese Kombinationstherapie bei menschlichen Patienten zu testen.

“Cannabidiol ist bereits für den Einsatz in Kliniken zugelassen, so dass wir dies schnell in klinischen Studien am Menschen testen können”, sagt Prof. Falasca.

“Wenn wir diese Effekte beim Menschen reproduzieren können, könnte Cannabidiol fast sofort in Krebskliniken eingesetzt werden. Im Gegensatz zu Medikamenten, die erst von den Behörden zugelassen werden müssen.”

Die Forscher stellen auch fest, dass frühere Studien gezeigt haben, dass CBD die mit einer Chemotherapie verbundenen Symptome wie Übelkeit, Schmerzen und Erbrechen verbessern kann.

Wenn zukünftige klinische Studien belegen, dass CBD die Überlebenschancen von Personen, die eine Chemotherapie bei einem Pankreaskarzinom durchlaufen, verbessert, könnte dies auch bedeuten, dass die Cannabisverbindung dazu beitragen wird, einige der Nebenwirkungen der Behandlung auszugleichen.

Spread the love
  • 31
    Shares