Rauchgeruch/Zigarettengeruch aus der Wohnung entfernen

Dauerhafter Geruch von Zigarettenrauch in der Wohnung ist ein Ärgernis, weil dieser die Qualität des Wohnens stark einschränkt. Der Rauch nistet sich in Tapeten, Möbeln und sogar Wänden oder Türen ein. Glücklicherweise gibt es zur Bekämpfung der kalten Rauchgerüche natürliche Mittel, die eine Wohnung wieder lebenswerter machen. 

Eine Wohnung vom kalten Rauchgeruch zu befreien, macht vor allem dann Sinn, wenn die Bewohner wechseln oder ein aktueller Bewohner das Rauchen aufgibt. In solchen Fällen ist es gut, einen Schnitt zu machen und der Wohnung ein neues Qualitätslevel zu geben.

Benötigte Arbeitsmittel

  • Essig
  • Wasser
  • Offene Schale
  • Sprühflasche
  • Rosenöl
  • Putz- und Trockentücher
  • Sprühextraktionsgerät
  • Anti-Nikotin-Farbe
  • Flächenpinsel

Leichte Gerüche entfernen

Ist die Wohnung nur leicht vom Zigarettengeruch befallen, so lassen sich diese Gerüche mit wenigen Handgriffen entfernen. Diese Reinigung geschieht mit Hilfe von Essigwasser. Dazu wird Wasser mit Essig versetzt und in eine offene Schale gegebenen. Diese Schale muss im verunreinigten Raum ihre Wirkung entfalten, was bis zu 48 Stunden in Anspruch nehmen kann. Anschließend sollte der Geruch entwichen sein, da das Essigwasser auch bei einem leichten Befall von Wänden und Möbelstücken entgegenwirken kann. Wer sich mit der Alternative Essiggeruch nicht anfreunden kann, dem sei empfohlen, das Wasser mit Zitronensaft zu durchmengen, da dieses eine ähnliche (wenn auch abgeschwächte) Eigenschaft im Zusammenhang mit Zigarettenrauch besitzt. Sind insbesondere Polster- oder Textilien betroffen, so ist es möglich, die reinigende Essenz mit einer Sprühflasche auf die betroffenen Stücke herabregnen zu lassen. Hierdurch werden diese nicht gleich zerstört, erhalten aber dennoch einen angenehmeren Geruch.

Möbel von Rauchgeruch befreien

Das Säubern von Möbelstücken ist je nach Material eine echte Herausforderung. Offenporige Materialien wie Holz, Stein oder Textil nehmen den Geruch vom Rauch sehr stark und intensiv auf. Mobiliar, welches über Jahre in verrauchten Räumen stand, lässt sich somit nicht besonders leicht renovieren. Mit Glück sind viele glatte Oberflächen wie Holz oder Keramik vorhanden. In solchen Fällen werden diese einfach mit herkömmlichen Reinigungsmitteln gründlich abgewaschen und im Anschluss gut getrocknet. Die Rauchpartikel können auf diese Weise leicht weggewischt werden. Anders sieht es bei offenporigen Materialien aus. Diese haben den Rauch tief verschlossen und müssen somit behandelt werden. Als bestes Hausmittel ist für diese Arbeit Rosenöl geeignet. Die Möbel müssen in einem Abstand von zwei bis drei Tagen mehrmals mit dem Öl eingerieben werden. Die Substanz dringt in die Poren ein und deckt sich über die Rauchpartikel, wodurch die Möbel einen angenehmen Geruch erhalten.

Böden und Steckdosen bearbeiten

Eine Sache, die zur Detailsäuberung gehört, ist die Aufbereitung von Steckdosen und Lichtschaltern. Diese können problemlos abgeschraubt werden und anschließend in einem Waschgang der Spülmaschine gereinigt werden. Schwieriger verhält es sich beim Boden. Wie Teppiche gereinigt werden können, ist im Schritt zuvor beschrieben. Ist der Raum gefliest, so werden Ablagerungen vom Zigarettengeruch ständig beim Wischen entfernt. Eine dauerhafte Belastung kann so nicht entstehen. Anders sieht es jedoch bei Parkett und Linoleum aus. Diese Bodenbeläge nehmen Rauch intensiv auf und verinnerlichen diesen in den kleinsten Poren. Leider ist eine Reinigung dieser Böden kaum möglich. Parkett muss abgeschliffen werden, während beim Linoleum nur die Möglichkeit eines kompletten Austauschs gegeben ist.

Textilien waschen

Doch selbst mit den besten Tipps lässt nicht immer der komplette Rauchgeruch entfernen. Vor allem in Textilen setzen sich Gerüche lange Zeit fest. Wenn es also um Gardinen, Tischdecken oder Kleidung geht, könnte zunächst gründliches Lüften Abhilfe schaffen – am besten draußen an der frischen Luft. Hilft dies nicht, bleibt als letzte Möglichkeit nur noch das Waschen, was vor allem bei Gardinen jedoch mit viel Aufwand verbunden sein kann.

Kernsanierung der Wände

Die wohl größte Herausforderung beim Sanieren von Raucherwohnungen besteht in den Wänden. Wände und Tapeten saugen den Rauchgeruch mit den Jahren auf und haben diesen tief in sich. Eine Reinigung von Putz oder Tapeten ist leider nicht möglich. Die Ablagerungen sind wasserlöslich, was bedeutet, dass bei einem Überstreichen die Geruchspartikel kurzzeitig in der Farbe aufgelöst werden, sich dann aber direkt wieder auf die Wand oder die Tapete setzen. Ebenfalls ist es mit einfachem Tapezieren nicht getan. In einem solchen Fall verschwinden zwar die Gerüche der alten Tapete, doch bleiben die Partikel in der Wand erhalten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Tapetenkleister auf der Wand Bleiablagerungen des Tabakrauchs aus der Wand auf die Oberfläche zieht und diese somit wieder gesundheitsgefährdend auf der Außenwand liegen.

Eine Möglichkeit, all diesen Problemen entgegenzuwirken, ist die Anti-Nikotin-Farbe. Diese Nikotinsperren bestehen aus dickflüssigem Kunstharz und schließen die Rückstände in der Wand ein. Hier ist es wichtig, dass eine alte Tapete, die stark durch Rauch belastet ist, vorab entfernt wird. Problem bei der Anti-Nikotin-Farbe ist die Veränderung an der Bausubstanz. Die Wände haben keine Möglichkeit mehr, ihrer Fähigkeit der Feuchtigkeitsregulierung nachzugehen. Schimmelpilze können sich schneller bilden und die Luftfeuchtigkeit im Raum ist nicht mehr optimal. Für eine saubere Lösung bleibt am Ende somit nur die Kernsanierung, bei der sowohl Tapeten, als auch die erste Putzschicht der Wände entfernt und komplett erneuert werden.

Der Profi kommt mit Ozon

Sollten alle Hausmittel nicht helfen, so kann die Ozonbehandlung durch den Profi in Anspruch genommen werden. Dieser rückt dem Geruch mit einem Ozongerät zu Leibe, das auch nach Bränden zum Einsatz kommt. Der Sauerstoff in der Luft wird in Ozon aufgespalten. Dieses Ozon bindet Geruchspartikel, welche dann eingesaugt werden. Ein Luftaustausch findet statt, bei dem die Gerüche entfernt werden. Aber auch diese Möglichkeit bietet keinen garantierten Erfolg. Geruchspartikel, die tief in Wänden, Böden und Möbeln gebunden sind, werden durch einen Luftaustausch bei einer Ozonbehandlung meist nicht aufgesogen. In solchen Fällen muss tatsächlich eine Kernsanierung an Putz, Boden und Türbeschlägen vorgenommen werden. Diese ist aufwendig und kostspielig, aber auf jeden Fall erfolgreich. Danach sollte allerdings nicht mehr zur Zigarette gegriffen werden, da ansonsten alle Mühe vergebens war.

 

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