Sternschnuppen-Schauer am Wochenende

“Erwartet werden bis zu zehn Sternschnuppen pro Stunde”, sagte der Leiter des Potsdamer Urania-Planetariums, Simon Plate. Am besten seien sie in den frühen Morgenstunden in dunkler Umgebung zu sehen. “In der zweiten Nachthälfte schaut man in Fahrtrichtung der Erde. Weil die Erde den Leoniden entgegenläuft, sieht man sie dann besser”, so Plate.

Woher haben die Sternschnuppen im November den Namen „Leoniden“?

Der Name „Leoniden“, mit dem man diese besondere Art von Sternschnuppen nennt, ergibt sich aus dem Namen „Leo“, was auf lateinisch Löwe bedeutet. Denn das Sternbild, das den Ausgangspunkt für die Leonidenschauer darstellt, ist das des Löwen. So entstand der Begriff für diese speziellen Sternschnuppen, die im November 2018 wieder zu sehen sind.

Die Leoniden sind nach dem Sternbild Löwe (lat.: Leo) benannt, aus dessen Richtung sie scheinbar auftauchen. Ihren Ursprung haben die Meteore in der Trümmerwolke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Sobald Bruchstücke des Kometen in die Erdatmosphäre eintreten, verglühen sie und werden zu Sternschnuppen.

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“Die Leoniden gehören zu den schnellsten Sternschnuppen, die wir beobachten können. Sie haben eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde”, sagte Plate. Wer die Leoniden verpasst, muss nicht lange auf die nächste Gelegenheit zum Sternschnuppen-Gucken warten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember wird das Maximum der Geminiden erwartet, die sogar aktiver sind als die Leoniden. Stündlich könnten dann bis zu 120 Sternschnuppen über den Himmel huschen.

Sternschnuppen im November 2018 beobachten: Wie klappt das am besten?

Gibt es einen bestimmten Bereich am Himmel, den man fixieren muss? Jürgen Reichert, Vorsitzender der Astronomischen Vereinigung Karlsruhe beantwortet diese Frage bei ka-news.de für alle Interessierten. Grundsätzlich sind die Leoniden in einem großen Bogen am gesamten Himmel zu finden, doch wer sich besonders viel Mühe geben will, sollte Richtung Nordosten blicken. Die Leoniden finden im Sternbild Löwe statt.

Richtigen Ort aussuchen, um die Leoniden zu bewundern

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass die Sternschnuppen nicht an allen Plätzen optimal bewundert werden können. Wer die Chance auf unzählige Leoniden maximal nutzen möchte, sollte die Stadt unbedingt meiden. Denn hier gilt das Prinzip: Je weniger Zivilisation, desto besser.

Oftmals stört die helle Beleuchtung oder die eingeschränkte Sicht durch hohe Gebäude bei einem klaren und weiten Blick in den Horizont. Am Besten macht man also einen Ausflug aufs Land oder in die Natur, packt warme kuschelige Sachen ein und genießt den Anblick unzähliger Leoniden in einer ruhigen und abgelegenen Gegend – wo es richtig dunkel ist, damit man so viele Sternschnuppen wie möglich entdecken kann.

Das Wetter muss natürlich auch mitspielen. Um die Leoniden ungehindert beobachten zu können, muss es eine klare Nacht ohne Wolken sein.

Die Leoniden erreichen alle 33 Jahre ihr absolutes Maximum

Alle 33 Jahre ist das Spektakel, zahlreiche Sternschnuppen am Sternenhimmel zu sichten, besonders groß. Denn in diesen außergewöhnlichen Jahren weist der Leonidenstrom sein Maximum auf. Der Grund dafür? Die Erde gerät zu diesen Zeitpunkten in eine äußerst dichte Trümmerwolke des Kometen, die letztendlich für mehr Sternschnuppen als gewöhnlich sorgt. Das nächste Mal wird dies voraussichtlich im Jahr 2032 der Fall sein.

Fotos der Sternschnuppen im November sind schwierig aber machbar

Für diejenigen, die nicht die ganze Nacht wach bleiben oder sich früh am Morgen einen Wecker stellen wollen, gibt es noch die Möglichkeit, auf Bilder am nächsten Tag zu hoffen. Ganz so einfach, das außergewöhnliche Spektakel am Himmel festzuhalten, ist es jedoch nicht.

Weitere Sternschnuppen-Schauer im November 2018

Außer den Leoniden gibt es noch zwei weitere Sternschnuppen-Schauer im November 2018: Die Delta-Eridaniden und die Alpha-Monocerotiden. Diese sind allerdings nicht so ausgeprägt wie die Leoniden. Die Delta-Eridaniden haben ihren Höhepunkt in der Nacht auf Sonntag, denn 11. November. Bei diesem Sternschnuppen-Schauer sind allerdings nur zwei Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten.

Der Höhepunkt liegt um 1 Uhr nachts.

Der Sternschnuppen-Schauer findet im Sternbild Eridanus statt.

Die Alpha-Monocerotiden finden im Sternbild Kleiner Hund, das am Sternhimmel in Richtung Norden zu sehen ist, statt. Das Maximum wird in der Nacht von Freitag, 21. November, auf Samstag, 22. November, erwartet. Auch bei diesem Meteoriten-Schauer sind nur wenige Sternschnuppen zu beobachten – bis zu fünf Stück in einer Stunde sind möglich. In den Jahren 1925 und 1935 sowie 1985 und 1995 gab es allerdings ein erhöhtes Sternschnuppen-Aufkommen bei diesem Schauer mit mehreren hundert Meteoriten pro Stunde.

Quellen: merkur.de ; sueddeutsche.de

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